Fußsehnenplattenentzündung (Plantarfasziitis)

Bei ungewohnt langen Etappen ist es normal, dass am Ende des Tages die Füße von innen her schmerzen. Das ist eine normale Folge der starken Belastung.

In den meisten Fällen haben sich die Füße bis morgens wieder erholt und sind frisch für eine neue Etappe.

Doch wenn die Füße immer früher am Tag anfangen, weh zu tun, oder gar nicht mehr schmerzfrei werden, ist das nicht mehr normal und ein ernsthaftes Warnzeichen.

Spätestens dann sollte man unbedingt einen oder mehrere Ruhetage einlegen, damit sich die Füße erholen können. Anschließend sollte man die Etappenlängen verkürzen, denn entscheidend ist die Dauer der Belastung.

Doch was geschieht in den Füßen, dass sie so schmerzen?

Tatsächlich können unterschiedliche Dinge passieren, wenn die Füße innen schmerzen.

Wenn die Füße ganz vorne im Bereich der Zehen-Grundgelenke schmerzen, vor allem am großen Zeh, dann liegt eventuell eine Arthrose vor, begünstigt durch Hallux valgus, also eine Fehlstellung der Großzehen. Siehe Arthrose, Hallux valgus und Marschfraktur.

In diesem Kapitel hier geht es vorwiegend um Schmerzen, die nahezu den ganzen inneren Fuß betreffen und häufig von den Fersen ausgehen.

Bei diesen Schmerzen ist die breite Sehnenplatte, die vom Fersenbein bis zu den Zehen führt, gereizt und später entzündet. Dies geschieht, weil jeder Schritt eine Art Stoß auf den Fuß ausübt und die Sehnenplatte außerdem bei jedem Schritt arbeiten muss, um den Fuß zu bewegen. Nach und nach kann auch das umliegende Gewebe, bis hin zur Knochenhaut, in Mitleidenschaft gezogen werden und sich entzünden.

Weil die Sehnenplatte des Fußes hauptsächlich betroffen ist, tragen diese hartnäckigen Schmerzen im Fuß den sperrigen Namen "Fußsehnenplatten-Entzündung".

Fußsehnenplattenentzündung vorbeugen

Um eine Fußsehnenplattenentzündung zu verhindern, gilt es mehrere Faktoren zu berücksichtigen.

Ganz wichtig ist ausgiebiges Training vor der Pilgerwanderung. Je besser die Füße trainiert sind, desto länger können die späteren Gehstrecken sein, ohne dass es zu Problemen kommt. Das umfangreiche Training hilft auch gegen alle anderen Belastungs-Beschwerden beim Pilgern.

Je nach Alter und Konstitution kann aber auch fleißiges Training keine unbegrenzt langen Etappen garantieren. Daher muss man selbst herausfinden, wie weit man täglich gehen kann. Fußschmerzen am Ende einer Etappe sind ein Warnzeichen und sollten nicht ignoriert werden.

Übergewicht erhöht den Druck auf die Füße. Jeder Schritt kracht mit vermehrtem Gewicht auf die Füße als bei normalgewichtigen Menschen. Daher wäre es natürlich hilfreich, schon vor der Pilgerwanderung etwas Gewicht abzubauen, aber das ist in der Praxis leichter gesagt als getan.

Eine gute Polsterung der Schuhe kann die Folgen langer Gehstrecken erheblich abmildern. Entweder man besorgt sich Schuhe, die eine eingebaute Polsterung haben, oder Einlegesohlen mit Polsterung, insbesondere im Fersenbereich. Ergänzend gibt es auch Fersenpolster, die man unter die Einlegesohlen schieben kann. Gängig sind Gelpolster, die aber nur eine begrenzte Wirkung haben. In einigen Apotheken entlang der spanischen Pilgerstrecke gibt es auch spezielle schockabsorbierende Polster, die bei sanfter Berührung hart, bei Stößen aber weich sind. Da man auf einer Pilgerwanderung mitunter sehr lange unterwegs ist, kann es sein, dass man die Sohlenpolster unterwegs erneuern muss. Dazu sollte man sie immer mal wieder in Augenschein nehmen. Wenn sie platt getreten sind, braucht man Neue.

Eine liebevolle Massage und Eincremung der Füße nach jeder Etappe kann auch helfen, dass man länger ohne Beschwerden gehen kann. Zur Einreibung eignen sich beispielsweise Pferdesalbe, Tigerbalm oder eine andere stark riechende Salbe.

Dann sollte man Abends die Füße hochlegen, um ihnen Zeit zur Erholung zu geben.

Fußsehnenplattenentzündung behandeln

Wann aus normal schmerzenden Füßen eine Fußsehnenplattenentzündung wird, ist schwer abzugrenzen. Im Prinzip geht das Eine allmählich in das Andere über.

Spätestens wenn die Füße ab der Hälfte jeder Etappe schmerzen, ist es höchste Zeit zu handeln. Tapferkeit nach dem Motto "beim Pilgern müssen die Füße schmerzen" ist fehl am Platz und kann zu langwierigen Dauerproblemen führen.

Man kann es mit verkürzten Etappen versuchen, aber häufig wird man nicht um eine Reihe von Ruhetagen herumkommen.

Die Heilung wird beschleunigt, wenn man die Füße mehrmals täglich mit Mobilat oder Voltaren einreibt.

Sofern man noch keine Fersenpolsterung hat, sollte man sie sich unbesorgen, bevor man wieder weiter geht.

Falls sich die Schmerzen so entwickeln, dass man bei jedem Schritt einen Stich unter den Fersen verspürt, hat man vermutlich ein Fersensporn. Die Chance fürs erfolgreiche Weitergehen wird dadurch verringert.

Auch bei einer normalen Fußsehnenplattenentzündung kann es geschehen, dass man die Pilgerwanderung vorzeitig beenden muss.

Wenn man das Glück hat, es trotz schmerzender Füße ins Ziel zu schaffen, kann es anschließend noch mehrere Monate dauern, bis die Füße wieder schmerzfrei sind.

Falls die Schmerzen zurück zu Hause stärker werden, anstatt nachzulassen, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, der dann untersuchen kann, ob eventuell eine Marschfraktur der Mittelfußknochen vorliegt.











































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