Erkältung

Erkältungen sind nicht unbedingt klassische Pilger-Erkrankungen, aber sie können durch den Pilgeralltag häufig auftreten und beim anstrengenden Gehen hinderlich sein.

Vor allem, wenn man in Herbergen übernachtet, ist man den Erkältungsviren nahezu schutzlos ausgeliefert, wenn ein Mitpilger im gleichen Zimmer erkältet ist. Nicht nur, dass die Viren durch den ganzen Schlafraum fliegen, durch nächtliches Husten des erkälteten Mitpilgers ist auch der eigene Schlaf gestört. Dadurch hat man weniger Kraft, sich gegen die Erkältungsviren zur Wehr zu setzen.

Das tägliche Gehen schwächt das Immunsystem zusätzlich, sodass die Erkältung bessere Chancen hat, sich in den Atemwegen festzusetzen.

Wenn man trotz Erkältung weitergeht, ist die Gefahr groß, dass sie besonders schlimm wird. Das heißt, aus einer simplen Erkältung kann beispielsweise eine schwere Bronchitis werden, die sich wochenlang hinzieht.

Erkältungen beim Pilgern vorbeugen

Um das Immunsystem zu stärken, wäre es sinnvoll, sich nur Etappenlängen vorzunehmen, die man problemlos schafft, ohne allzu ausgelaugt zu sein. Auf dem Camino ist das aber meistens reine Theorie, vor allem, wenn man einen knappen Zeitplan hat.

Wichtig ist auch, dass man abends nicht zu viel Alkohol trinkt und möglichst gut schläft.

Zink für das Immunsystem

Da man bei körperlicher Beanspruchung unter anderem einen stark erhöhten Zinkbedarf hat, hilft es, wenn man täglich eine Zinktablette einnimmt. Zink stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern beschleunigt auch die Heilung von kleinen und großen Verletzungen des Bewegungsapparates.

Besonders günstig ist ein Zinkpräparat, das außerdem Vitamin C enthält, denn Vitamin C hilft dem Körper, das Zink aufzunehmen. Außerdem stärkt das Vitamin C das Immunsystem zusätzlich, zumal auch dies beim anstrengenden Gehen vermehrt gebraucht wird.

Hände waschen

Zwar werden Erkältungen durch Tröpfcheninfektion direkt durch die Luft übertragen, aber auch durch Schmierinfektion. Der Infektionsweg erfolgt dann von virenbehafteten Flächen, z.B. Türklinken über Hände zu Nasen, Mund und Augen, die man mit den Händen berührt.

Daher wird die Ansteckungsgefahr deutlich verringert, wenn man sich bei jeder Gelegenheit die Hände gründlich mit Seife wäscht, insbesondere vor dem Essen. Da man sich aber auch häufig unabsichtlich ins Gesicht fasst, sollte man sich auch zwischendrin immer wieder die Hände waschen, sobald sich die Möglichkeit ergibt.

Erkältung behandeln

Die wichtigste Behandlung einer Erkältung beim Pilgern ist Ruhe, zumindest so viel Ruhe wie möglich.

Am besten legt man ein paar Ruhetage ein. Falls das nicht möglich ist, und die Erkältung nicht sehr schwer ist, kann man auch weiter gehen, aber mit deutlich verkürzten Etappen. Mehr im Sinne eines Spaziergangs als einer Wanderung.

Wenn man es sich finanziell leisten kann, sollte man sich während der Erkältung ein Einzelzimmer gönnen. Nicht nur, dass man deutlich besser schlafen kann, und sich daher schneller erholt. Man verschont auch seine Mitpilger vor den eigenen Erkältungsviren und eventuellen nächtlichen Hustenattacken. Einzelzimmer gibt es nicht nur in teuren Hotels, sondern oft genug auch in privaten Herbergen.

Erkältungen muss man nicht unbedingt behandeln, denn sie heilen im Allgemeinen von selber aus. Aber durch eine geeignete Behandlung kann man die Beschwerden lindern und eventuelle Folgeerkrankungen verindern.

Kamillentee erhält man in fast jeder Bar, daher ist er meistens das Mittel der Wahl. Den Kamillentee kann man nicht nur trinken, sondern auch inhalieren. Solange der Tee sehr heiß ist und dampft, hält man sein Gesicht über die Tasse, sodass der Dampf in die Atemwege dringen kann. Wenn man den Tee anschließend trinken will, sollte man darauf achten, dass man nicht aus der Nase in den Tee tropft.

Wenn man unter Reizhusten leidet, kann man sich Hustenbonbons besorgen, die man auch in vielen Läden erhält.

Für spezielle Erkältungsmedizin muss man eine Apotheke aufsuchen. Dabei sollte man jedoch der Versuchung widerstehen (wie Zuhause auch), Mittel zu kaufen, die die Erkältungssymptome kaschieren, um vorschnell wieder volle Leistung erbringen zu können. Mit dieser Methode besteht die Gefahr, dass man sich ernsthafte Komplikationen einhandelt.











































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