Austrocknung - Dehydrierung - Wassermangel

Zu einer Austrocknung kommt es vor allem an heißen Tagen, oder wenn es stark bergauf geht und man deshalb vermehrt schwitzt.

Symptome einer Austrocknung

  • Schwäche
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Verwirrtheit
  • Herzrasen
  • Gelenkbeschwerden
  • Muskelkrämpfe

Wenn man Kopfschmerzen bekommt und sich besonders geschwächt fühlt, oder gar verwirrt, sollte man immer ene Austrockung in Betracht ziehen.

Fachleute, oder Menschen, die sich mit Austrocknung auskennen, erkennen eine Dehydrierung oder Dehydratation (wie der Fachmann sagt) auch daran, das Hautfalten für eine Weile stehen beiben, wenn man in die Haut des Handrückens kneift.

Zu einem Wassermangel kann es nicht nur unterwegs kommen, wenn man beim Gehen viel schwitzt und zu wenig trinkt. Auch Trinkverzicht in der Nacht kann einen Wassermangel begünstigen. In den Herbergen wird oft nachts nicht oder kaum etwas getrunken, selbst in warmen Nächten, damit man nicht auf die Toilette gehen muss, was ja nicht nur lästig ist, sondern auch die Mitpilger in ihren Stockbetten stört. Und morgens wird nur ein winziger Kaffee schnell hinuntergestürzt, weil man es eilig hat. So startet man schon mit einem Wassermangel in den neuen Pilgertag.

Was tun bei Austrocknung

Bei einer schweren Dehydrierung ist es am besten, wenn man an einen Infusionstropf mit physiologischer Glukose-Lösung gehängt wird. Aber solch ein Tropf ist unterwegs auf der Strecke normalerweise nicht verfügbar.

Die nächstbeste Behandlungsmöglichkeit ist Trinken. Dazu eignen sich mineralhaltige Sportgetränke, z.B. Aquarius. Wasser reichert man am besten mit etwas Salz an, oder, wenn vorhanden, Mineralien als Brausetablette. Falls man weder Salz noch Brausetabletten hat, sollte man möglichst bald etwas Salziges essen.

Wichtig ist, dass man nicht zu viel Wasser auf einmal in sich hineinschüttet. Ein Liter Wasser innerhalb kurzer Zeit ist sinnvoll. Mehr sollte man erst nach einer Weile trinken, oder wenn man Salz hinzufügen kann.

Außerdem sollte man sich möglichst im Schatten ausruhen, zumindest bis man sich etwas erholt hat.

Die Tagesetappe sollte man möglichst bald vorzeitig beenden, wenn man überhaupt noch in der Lage ist, weiter zu gehen. Sonst sollte man sich nicht scheuen, ein Taxi zu holen, dass einen in den nächsten Ort bringt

Am Zielort angekommen, braucht man weiteres Wasser und Salz, in Abhängigkeit von der Schwere der Austrockung und der vorher getrunkenen Wassermenge.

Ob man am nächsten Tag weitergehen kann, hängt auch von der Schwere der Austrocknung ab. In schweren Fällen kann es zu Fieber und schweren Allgemeinsymptomen kommen.

Wann zum Arzt?

Bei einer schweren Dehydrierung sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. In sehr schweren Fällen muss man sogar kurzzeitig ins Krankenhaus.

Was eine schwere Dehydrierung ist, kann man als Laie nicht ohne weiteres beurteilen. Aber wenn man sich völlig zerschlagen und geschwächt fühlt und man wenig oder zu spät getrunken hat, sollte man einen Arzt zu Rate ziehen.

Vorbeugen durch Trinken

Schon bei Normaltemperatur zu Hause sitzend verbraucht man täglich zwischen 2 und 3 Liter Wasser. Wenn man sich viel bewegt und/oder heißes Wetter aushalten muss, steigt der Flüssigkeitsbedarf enorm an, weil man viel mehr schwitzt als sonst. Der Wasserbedarf kann dann 6 Liter und mehr betragen.

Natürlich mag niemand 6 Liter Wasser mit sich herumschleppen. Das ist normalerweise auch nicht nötig, denn auf dem Camino Francés gibt es auf den meisten Strecken immer wieder Brunnen und in vielen Dörfern Läden, in denen man Wasser in Flaschen kaufen kann.

Doch es gibt ein paar Ausnahmen von dieser guten Wasserversorgungs-Situation:

In der Meseta sollte man nicht aus den öffentlichen Wasserbrunnen trinken. Das dortige Wasser wird häufig nicht gut vertragen, und es kann zu heftigen Magen-Darm-Erkrankungen mit Durchfall und Erbrechen kommen. Der Grund dafür ist vermutlich eher eine Belastung durch Dünger und Pestizide, als eine Bakterienverseuchung, aber die Ursache für die Wasserprobleme in der Meseta ist nicht vollständig geklärt. Man sollte dort unterwegs also vorwiegend gekauftes Flaschenwasser trinken, eventuell auch Leitungswasser aus Herbergen, das jedoch sehr stark gechlort ist.

Hin und wieder gibt es auf der Strecke Teilstücke von bis zu 18 km ohne Dorf und sichere Wasserversorgungsmöglichkeit. Einige dieser Etappen sind ausgerechnet in der Meseta, in der es ja auch noch besonders heiß werden kann.

Falls man während einer Hitzeperiode unterwegs ist, sollte man an Tagen mit längeren Strecken ohne Wasserversorgung mindestens 4 Liter mitschleppen. Ein Teil davon ist ja schon bald ausgetrunken, sodass man nur kurze Zeit so viel Wasser schleppen muss. Am Abend oder bei Erreichen eines Zwischenziels braucht man dann noch reichlich zusätzliche Wassermengen, weil die mitgenommenen 4 Liter nur den allergrößten Bedarf decken, zur Überbrückung bis zum nächsten Dorf.

An normalen, kühlen Tagen reicht es meistens, ein bis zwei Liter mitzunehmen. Zwischendurch kann man das Wasser wieder auffüllen oder auch in Bars zusätzlich etwas trinken.

Manche Pilger nehmen nur eine 0,5 Liter Flasche mit und hoffen auf ständige Erreichbarkeit von Wasser durch Brunnen oder Läden. Davon rate ich stark ab. 0,5 Liter sind schnell verbraucht, und es gibt nicht genug Brunnen, um immer versorgt zu sein. Auch die Läden haben häufig geschlossen, vor allem in der Hitzezeit am frühen Nachmittag. Mit solch einer geringen Wassermenge als Proviant kann es sehr leicht zu einer ernsthaften Austrocknung kommen.

Versorgung mit Mineralien

Bei solchen Mengen muss man dann auch darauf achten, genug Salz und Mineralien zu bekommen. (Bei normaler Trinkmenge reicht die Salzversorgung durch die Nahrung normalerweise völlig aus.)

Wer es sich leisten kann und will, kann Mineralmischungen zm Auflösen in der Trinkflasche mitnehmen, z.B. Oralpädon® aus der Apotheke. Oder man kauft sich unterwegs regelmäßig das mineralhaltige Sportgetränk "Aquarius".

Es geht aber auch preiswerter und mit weniger Gewichtsbelastung.

In Drogerien in Deutschland kauft man sich Mineraltabletten, die Magnesium und Kalzium enthalten; keine Brausetabletten, weil diese zu viel Platz brauchen und schwer sind. Von den Mineraltabletten nimmt man normalen Tagen eine und an heißen Tagen zwei (beachten Sie auch den jeweiligen Beipackzettel).

Außerdem nimmt man sich etwas Salz mit auf die Pilgerwanderung. Man kann es in einem kleinen Plastikbeutelchen transportieren. Von diesem Salz gibt man einen kleine Prise in jede Wasserflasche und schüttelt diese, damit sich das Salz auflöst. Das klingt zunächst nicht sehr wohlschmeckend, aber wenn man stark geschwitzt hat, wird man staunen, wie angenehm das minimal gesalzene Wasser schmeckt. Der Körper spürt nämlich, dass er außer Wasser auch Salz braucht und reagiert dankbar. Natürlich sollte das Wasser nicht richtig salzig schmecken, sondern nur ein ganz klein wenig. An normalen Tagen, ohne viel Schwitzen, kann man auf die Salzzugabe verzichten.











































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