Bettwanzen

Bettwanzen sind sehr gefürchtete Plagegeister der Pilgerwege.

Doch zum Einen sind sie deutlich seltener als befürchtet, und falls sie doch mal beißen, sind ihre Bisse nicht gefährlich, nur stark juckend und sehr lästig. Daher sind Bettwanzen eigentlich weniger gefährlich als Mücken oder Zecken, die schwere Krankheiten übertragen können.

Das besonders Schlimme an Bettwanzen ist wohl, dass sie den Menschen im Bett überfallen, wo er sich eigentlich erholen und entspannen will. Außerdem wird man sie nur schwer wieder los, wenn sie ein Haus erst einmal heimgesucht haben.

Im Prinzip können Bettwanzen in jeder Herberge oder jedem Hotel auftreten. Doch man findet sie etwas häufiger in Räumlichkeiten, die nicht gut gepflegt werden.

Bettwanzen sind kleine, dunkebraune Insekten.

Tagsüber verstecken sich die Bettwanzen in Ritzen innerhalb des Raumes. Besonders gern sitzen sie in den Ritzen zwischen Holzvertäfelungen oder Holzböden. Daher sind Räume mit Holzwänden oder -Böden häufiger befallen als Räume mit glatten Wänden und Fliesenböden. Räume mit starkem Bettwanzen-Befall riechen leicht süßlich, woran der Kenner sie identifizieren kann.

Nachts krabbeln die Bettwanzen dann zu den Betten und ernähren sich von den dortigen Schläfern. Naturgemäß kommen die Bettwanzen seltener in die oberen Betten, weil der Weg dorthin länger ist.

Die Bettwanzen können sich in Schlafsäcken oder Ritzen des Rucksacks einnisten. So werden sie von Herberge zu Herberge transportiert oder auch nach Hause mitgebracht, wenn man Pech hat.

Stiche der Bettwanzen

Typische Bettwanzenstiche treten in Gruppen auf und zwar wie in einer Straße hintereinander. Die Bettwanze arbeitet sich sozusagen auf der Haut ihres Opfers vorwärts und hinterlässt eine Spur von Stichen.

Die Stiche sind gerötet und jucken stark. Man entdeckt also eine juckende Straße auf seiner Haut, wenn man in der Nacht von Bettwanzen heimgesucht wurde.

Wenn die Stiche nicht wie eine Straße angeordnet sind, steht zu vermuten, dass es sich um anndere Stiche handelt. Es könnten beispielsweise Flohstiche sein oder Mückenstiche.

Behandlung der Bettwanzenstiche

Wenn man stark unter dem Juckreiz der Stiche leidet, sollte man einen Arzt aufsuchen, der die Art der Stiche identifiziert und Behandlungsmittel verschreibt.

Außerdem sollte man unbedingt die Herbergseltern oder Hoteliers über die Bettwanzen informieren, damit Maßnahmen dagegen ergriffen werden können.

Die wichtigste Maßnahme bei der Behandlung der Bettwanzenstiche ist: nicht kratzen! Falls mman kratzt, können sich die Stiche nämlich entzünden, was die Pilgerfreude ernsthaft beeinträchtigen kann.

Um den Juckreiz zu lindern, kann man die Stiche mehrmals täglich mit einem Insektenstich-Gel einreiben.

Zur Wundheilung eignet sich ene Zinksalbe, die auch ein wenig den Juckreiz lindert.

Vorbeugung gegen Bettwanzenstiche

Zur Vorbeugung gegen Bettwanzenstiche gibt es mehrere Produkte, deren Wirkung jedoch eher unzuverlässig ist.

Es gibt Sprays, die die Bettwanzen vertreiben oder gar töten sollen. Diese Sprays riechen normalerweise sehr unangenehm und empfindliche Menschen könnten dadurch Kopfschmerzen oder Atemprobleme bekommen oder zumindest schlechter schlafen. Man sollte auch seine Bettnachbarn fragen, ob er mit dem Einsatz des Sprays einverstanden ist, denn auch in der Umgebung des eigenen Bettes ist das Spray deutlich zu riechen. Wenn man das Spray schon nachmittags benutzt, ist sein unangenehmer Geruch in der Nacht schwächer, als wenn man es erst kurz vor dem Schlafengehen verwendet. Ob diese Sprays tatsächlich zuverlässig wirken, ist umstritten. Sie mitzuführen bedeutet natürlich etwas zusätzliches Gewicht im Rucksack.

Außerdem gibt es spezielle netzartige Laken als Bettwanzenschutz. Diese werden auf das Bett gelegt, bevor man den Schlafsack darauf legt. Auch die Wirksamkeit dieser Laken ist nicht gesichert. Sicher ist jedoch, dass sie einiges an zusätzlichem Gewicht im Rucksack bedeuten.

Angesichts des recht seltenen Auftretens der Bettwanzen und der relativen Harmlosigkeit der Stiche, sollte man sich genau überlegen, ob man sich das zusätzliche Gewicht durch Bettwanzen-Schutzprodukte auflädt.

Sinnvoll ist es jedoch mitunter, eine Herberge oder Hotel zu meiden, wenn es ausgesprochen ungepflegt wirkt. Insbsondere wenn man einen süßen Geruch im Raum wahrnimmt, sollte man vielleicht den Rückzug antreten und woanders übernachten.

Hilfreich kann es auch sein, die oberen Betten zu bevorzugen. Die meisten Pilger werden dafür dankbar sein, denn die unteren Betten sind deutlich beliebter.

Bettwanzen-Vorbeugung bei der Rückkehr nach Hause

Wenn man großes Pech hat, können sich schwangere BettwanzenWeibchen in den Ritzen des Rucksacks verkriechen und nach der Rückkehr nach Hause dort eine Bettwanzen-Plage verursachen.

Doch diesem unerfreulichen Szenario kann man vorbeugen.

Die wichtigste Maßnahme ist, dass man den Rucksack nach der Heimkehr nicht mit ins Schlafzimmer oder Wohnzimmer nimmt. Am besten räumt man den Rucksack für einige Tage in eine Werkstatt, Garage oder in den Keller. Durch diese Maßnahme wird verhindert, dass eventuelle Bettwanzen ein gemütliches Bett zum Einnisten vorfinden.

Den Inhalt des Rucksacks kann man auspacken, wenn man dabei genau hinschaut, ob Insekten hinaus krabbeln oder fallen. Besonders aufmerksam sollte man bei der Entnahme des Schlafsacks sein. Die Kleidung kann man waschen, so heiß wie sie es verträgt. Vor allem eine Stunde im Wäschetrockner dürfte Bettwanzen gründlich den Garaus machen.

Wenn man mit seinem Rucksack noch mehr auf Nummer Sicher gehen will, kann man ihn einer Htzebehandlung unterziehen, denn bei ber 60°C sterben Bettwanzen ab. Für diese Hitzebehandlung braucht man keinen großen Ofen, sondern nur einen dunklen Müllsack, ein Auto, das im Freien steht und einen oder mehrere Sonnentage. Man packt den Rucksack in den Müllsack und verknotet diesen. Dann legt man den Rucksack an eine möglichst sonnenbeschienene Stelle im Auto. Durch die dunkle Farbe des Müllsacks und den Hitzestau im Auto wird sich das Innere des Rucksacks so stark aufheizen, dass die Bettwanzen eingehen. Am besten wiederholt man diesen Vorgang an zwei bis drei Tagen.

Danach kann man den Rucksack in die Wohnung holen.











































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