Bus, Zug, Taxi

Die traditionelle Vorstellung von einer Pilgerwanderung ist, dass man jeden Kilometer auf den eigenen Füßen zurück legt. Für die Erteilung einer Compostela ist es sogar zwingend vorgeschrieben, dass man die letzten 100 km des Jakobsweges ausschließlich zu Fuß geht.

Auf der langen Strecke davor darf man jedoch unbesorgt auch mal mit dem Bus fahren, ohne, dass die Compostela gefährdet wäre. Aber man wird mit Sicherheit von anderen Pilgern belächelt, wenn man beim Busfahren gesehen wird, es sei denn, man humpelt deutlich sichtbar.

Beim Humpeln sind wir auch schon beim Hauptgrund, warum manche Pilger Teile der Pilgerstrecke mit Bus, Zug oder Taxi zurücklegen. Andere Gründe für die Busnutzung können extreme Wetterlagen sein, z.B. Hitzewelle in der Meseta oder Schneetreiben in den Bergen, die ansonsten zu einer längeren Gehpause zwingen würden.

Meistens ist die Zeit für die Pilgerwanderung knapp bemessen, denn selbst dann braucht man einen sehr langen Urlaub, um die gesamte Strecke des Camino Francés an einem Stück gehen zu können. Wenn man dann einen oder mehrere Tage wegen einer Verletzung ausfällt, kann das den ganzen Zeitplan gefährden. Manch ein Pilger erwartet von sich und anderen Pilgern, in solch einem Fall kurz vor dem Ziel Santiago heim zu fahren, weil die Zeit vorbei ist, und die Reststrecke in einem anderen Jahr zu gehen. Aber kann man das wirklich von Pilgern verlangen, die vom anderen Ende der Welt anreisen müssen, oder die aus Altersgründen vielleicht nur noch in diesem einen Jahr pilgern können?

Letztlich bleibt es jedem einzelnen Pilger überlassen, ob er zur Aufrechterhaltung des Zeitplans eine Teilstrecke motorisiert zurücklegt.

Viele Pilger haben Probleme mit den Füßen oder Beinen, die von einer mehrtägigen Pause so sehr profitieren, dass die Pilger anschließend die restliche Strecke nach Santiago zu Fuß gehen können. Dann ist eine ausreichend lange Gehpause sehr sinnvoll.

Manchmal ist es auch sinnvoll, Teile einer Tagesetappe mit Taxi oder Bus zurückzulegen, beispielsweise wenn man nur wenige Kilometer gehen kann, aber den Anschluss an seine Gruppe nicht verlieren will.

Ich persönlich finde, dass man sich freuen und dankbar sein kann, wenn Füße und Beine so fit sind, dass man die gesamte Strecke zu Fuß gehen kann. Aber dass es nicht ehrenrührig ist, wenn man aus Gesundheitsgründen Teilstrecken mit dem Bus zurücklegt.

Damit die Gehwerkzeuge gesund und stark bleiben, gibt es dieses Buch, denn mit einer guten Vorbereitung, Vorbeugung und frühzeitiger Behandlung kann man in vielen Fällen verhindern, dass man den Bus benutzen muss.











































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