PECH-Regel

Die PECH-Regel ist eine Reihe von Maßnahmen zur Erstversorgung von unblutigen Verletzungen des Bewegungsapparates, z.B. Verstauchungen oder Zerrungen.

Dabei handelt es sich um:

  • Pausieren
  • Eis: Kühlen mit Eis
  • Compression
  • Hochlagerung

Mithilfe der Abkürzung kann man sich die Maßnahmen leichter merken.

Auf Englisch heißt diese Regel übrigens RICE (Rest-Ice-Compression-Elevation). Dieses Wissen kann sinnvoll sein, wenn man mit englischsprachigen Pilgern darüber sprechen muss.

Pausieren

Sofort nach der Verletzung sollte man pausieren. Zur Not setzt man sich für ein paar Minuten auf den Boden, damit das betroffene Körperteil eine kurze Pause bekommt.

Bei ganz leichten Umknickungen reicht so eine kleine Pause manchmal schon aus, und das betroffene Körperteil ist anschließend wieder schmerzfrei funktionsfähig. Dann hat man Glück gehabt und ist noch mal um eine Verstauchung, Zerrung oder andere Verletzung herumgekommen.

Wenn eine richtige Verletzung vorliegt, reicht die kurze Pause vor Ort nicht aus, um danach wieder weiter gehen zu können. Aber man kann danach eine kurze Bestandsaufnahme machen.

Die meisten der folgenden Überlegungen gelten vor allem für Beinverletzungen oder andere Verletzungen, bei denen man nicht mehr weitergehen kann.

Zum Beispiel kann man sich folgende Fragen stellen:

  • Welche Erste-Hilfe-Mittel habe ich dabei?
  • Sind andere Menschen als potentielle Helfer in der Nähe?
  • Kann ein Taxi die Stelle erreichen?
  • Wie weit ist die nächste Bushaltestelle entfernt?
  • Habe ich Wanderstöcke, die mir beim Humpeln helfen könnten?
  • Ist die Verletzung so schlimm, dass ein Notarzt oder Rettungswagen gerufen werden muss (Notruf: 112)?

Je nachdem, welche Antworten man auf diese Fragen hat, geht es anschließend weiter.

So schonend wie möglich, sollte man anschließend dafür sorgen, dass man an einen Platz kommt, wo man die nächsten Tage verbringen kann, sei es mit Taxi, Bus, Trampen, Humpeln oder Rettungshelfern.

Dort sollte man je nach Schwere der Verletzung mehrere Tage pausieren oder seine Heimkehr nach Haus vorbereiten.

Eis (Kühlen)

Am besten kühlt man die verletzte Stelle sofort, oder zumindest so schnell wie möglich.

Die Kühlung verringert die Schwellung und die Entstehung eines Blutergusses.

Außerdem wirkt sie etwas schmerzlindernd.

Wenn man Eis zur Kühlung hat, darf man es keinesfalls direkt an die Haut lassen, weil die Haut sonst Schaden nehmen kann. Man kann ein Tuch um das Eis wickeln und auflegen.

Beim Pilgern hat man natürlich kein Eis dabei, aber in den meisten Restaurants und Bars kann man Eiswürfel bekommen. Das Eis wird in eine Plastiktüte gegeben, dann beispielsweise in eine Socke gesteckt oder mit einem Tuch umwickelt und auf die verletzte Stelle gelegt. Mit einem Handtuch kann man das Eis einigermaßen an Ort und Stelle halten.

Die Empfehlungen, wie lange man die Verletzung kühlen soll, reichen von 10 Minuten bis hin zu einigen Stunden. Bei längerer Kühlung sind Kühlungspausen empfehlenswert, damit sich die Haut von der kalten Umgebung erholen kann.

Eine schonende Kühlungsvariante ist ein Quarkumschlag. Quark ist nicht so kalt wie Eis. Wegen seiner Kompaktheit kühlt Quark relativ lange. Er zieht die Hitze sozusagen aus der verletzten Stelle raus.

Wenn man weder Eis noch Quark zur Verfügung hat, kann man ein Tuch befeuchten und auflegen. Die Verdunstungskälte hat zumindest eine gewisse Kühlwirkung.

Compression (Kompression)

Durch Kompression kann man die Entstehung einer Schwellung und eines Blutergusses verringern.

Dadurch wird der gesamte Heilungsverlauf verkürzt und verbessert.

Außerdem werden die Schmerzen verringert, wenn die Schwellung gering bleibt.

Zur Kompression eignet sich eine elastische Binde.

Falls man keine zur Hand hat, kann man etwas improvisieren, möglichst aus elastischen Material.

Wichtig ist, dass man die Binde (oder was auch immer) nicht zu straff anlegt. Der Blutzufluss im Innern des Körperteils sollte nicht abgeschnürt werden. Wenn die Zehen oder Finger kalt werden, ist die Binde zu straff angelegt. Auch sollte es nicht kribbeln oder taub werden.

Wichtig! Wenn man beim Unfall keine elastische Binde zur Hand hat, sollte man die Schuhe anlassen, bis man bei einem Arzt ist oder eine elastische Binde bekommt. Denn wenn man den Schuh auszieht, schwillt die verletzte Stelle an und man kann den Schuh anschließend nicht wieder anziehen. Außerdem übernimmt der Schuh vorübergehend die Aufgabe der Kompression, wenn man ihn anlässt.

Hochlagern (Hilfe holen)

Das Hochlagern des verletzten Körperteils verringert Schwellungen und die Bildung von Blutergüssen, weil das Blut aus dem verletzten Körperteil rausfließen kann.

Gleich nach der Verletzung lagert man das verletzte Körperteil am besten so hoch wie möglich, d.h. höher als das Herz.

In den folgenden Tagen reicht es meistens, das Bein (wenn es ein krankes Bein ist) auf einen Stuhl, ein Sofa oder ein Bett zu lagern.

Eine Ergänzung zum Punkt "Hochlagern" ist bei der deutschsprachigen PECH-Regel das "Hilfe holen".

Meistens braucht man mehr oder weniger viel Hilfe, wenn man sich verletzt hat.

Diese Hilfe kann von Mitpilgern kommen, von Herbergseltern, von Restaurantmitarbeitern, von Taxifahrern oder freundichen Menschen unterwegs.

Wenn Hilfe weit weg ist, kann man sie rufen.

Die spanische Notrufnummer lautet: 112

Wann zum Arzt?

Im Prinzip sollte man bei allen Verletzungen, die die Anwendung der PECH-Regel erfordern, einen Arzt aufsuchen.

Nur der Arzt kann ausschließen, dass kein Knochenbruch vorliegt. Das Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein eines Bänderrisses kann auch der Arzt frühestens nach einer Woche sicher bestimmen, weil die verletzungsbedingte Schwellung die zur Diagnose nötigen Untersuchungen unmöglich macht.

Ein Arzt kann aber in etwa die Schwere der Verletzung einschätzen und einem sagen, ob man nach ein paar Tagen wieder gehfähig ist, oder ob man die Pilgerwanderung abbrechen muss.











































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